2017-Georgien-02-durch die Türkei


8.September 2017, Freitag

Unser Übernachtungsplatz in Dinkala/Bulgarien mitten im Dorf

Nach dem Frühstück auf in Richtung Türkei, vor der Grenze noch Tanken und das Restgeld "verfressen", da wir auf dem Rückweg wahrscheinlich nicht durch Bulgarien fahren werden. Grenzübertritt einfach und professionell, in einer dreiviertel Stunde sind wir durch. Keine Probleme!

Einreise in die Türkei
An der Grenze kaufen wir eine Vignette für die Autobahnbenutzung durch die Türkei, 40€ für alle Bezahlautobahnen und die Brücken über den Bosporus.
Die Autobahn bis Istanbul ist sehr angenehm zu fahren, doch dann kommts: Rushhour in Istanbul, für gefühlt einen Kilometer eine Stunde. Irgendwann fahren wir "frei Schnauze", rechts raus Richtung Flughafen und finden am Marmarameer einen Parkplatz für die Nacht. Genau da wollten wir hin.
Hier treffen wir auf einen umgebauten alten Bus, Domizil für eine junge Familie mit zwei Kindern, die auf dem Weg nach Indien, Goa sind. Über Iran, Pakistan, eventuell Georgien. Sie besuchen die dritte Tochter, die in Goa Austauschschülerin an einem Privatgymnasium ist. Mutig und bewunderungswert.
Es ist noch hell, wir haben keine türkischen Lira und haben Hunger.
Zuerst Geld besorgen. In der Nähe der Hagia Sophia finden wir eine Wechselstube. 200€ hin exakt 800 Lira zurück, kein Problem.
Durch die nächtliche Stadt bummeln. Irgendwo finden wir eine Gaststätte und essen eine Pide, eine türkische Pizza. Lecker.





Zurück zum Wohnmobil. Wir schlagen noch eine Bogen zur Galatasaray-Brücke und dann am Ufer entlang zum Parkplatz. Das war ein Denkfehler, wir umrunden auf einem großen Kreis die Innenstadt. Sehr viel kürzer wäre es auf gleichem Wege zurück gewesen.

9. September 2017, Sonnabend
Wenn man in Istanbul ist, dann kann man nicht einfach so weiterfahren. Also nochmal in die historische Altstadt. Nebenbei in eine Apotheke, man kann ja nie wissen. Was gegen Durchfall wird immer mal gebraucht. Im Internetladen erstehe ich eine Internet-Datenkarte für die Türkei, Prepaid, 10GB, 3 Monate gültig, passt gut für uns.
Weiter nach Norden ans Schwarze Meer nach Sile zum Baden.








70km autobahnähnliche Straße, sehr gut zu fahren! Wir finden einen guten Stellplatz oberhalb des Strandes. Gute Aussicht, guter Überblick, einfach ein guter Platz.

Der Abend kommt und damit auch das obligatorische türkische Grillen. Rechts neben uns wird ein Feuer auf dem Grill entfacht und es gibt Fisch für die ganze Familie, links neben uns gibt es Fleisch. Es ist interessant das Treiben dabei zu beobachten, nette Menschen. Das Ende schockiert uns. Das Feuer wird ausgeschüttet, alle Abfälle verbleiben ungeordnet und sind dem Wind freigegeben.

10. September 2017, Sonntag
Nach dem Baden treffen wir Deutschtürken, die hier Urlaub machen. wir sprechen auch über das Abfallproblem bzw. den Umgang der Türken mit ihrer Natur. Als Antwort hören wir das ist eine Einstellungssache und dass der Staat schärfere Gesetze erlassen muss. Ich denke mir, wenn es keine Kritik zum Beispiel von Naturschützern, weil ja die AKP alles richtig macht, gibt, dann kann sich auch kein Umweltbewusstsein entwickeln.
Unser Eindruck von der Türkei bisher,wir waren schon mehrfach hier und können somit vergleichen. Das Land hat sich enorm modernisiert, die Straßeninfrastruktur ist viel besser geworden, viele neue Häuser sind entstanden, den Leuten scheint es im Durchschnitt viel besser zu gehen. Die ländlichen Gegenden haben sich ebenfalls entwickelt. Das was hier passiert ist, wäre in einer schwerfälligen Demokratie in einer so kurzen Zeit nicht zu schaffen gewesen. Dass ein "Staatsführer" das erkennt und meint Demokratie ist Mist, wenn es doch auch einfach geht, kann ich gut nachvollziehen. Genug Gefolgschaft hat er ja auch. Für ihn ist die Verachtung der Demokratie nur folgerichtig.
Wir fahren weiter durch das bergige Küstenland. Überall Haselnussproduktion, wir fahren die "Haselnussstraße" bis zur Autobahn, dann weiter bis kurz vor der Abbiegung der Autobahn nach Ankara. 
Im Hügelland in der Nähe des Schwarzen Meeres nordöstlich von Istanbul


Haselnussland

An einem See in Yenicega finden wir einen guten Stellplatz für die Nacht. Hier wie auch anderswo in der Türkei gibt es große gestaltete Picknickplätze, bei dem Wetter ist der ganze Wald mit grillendem Volk belegt. Mit Goethe könnte man sagen: "Zufrieden jauchzet Groß und Klein, ....". Für die kleinen Leute in ländlichen Gegenden wird was getan. Kleinigkeiten, aber es wirkt.

11. September 2017, Montag
Fahrtag bis nach Samsun
Sehr gute Straßen hier im anatolischen Hochland

Reisfeld


In Samsun finden wir einen Stadtcampingplatz neben einer Wasserskianlage und einem Meeresspaßbad. Erwähnenswert sind die vorbeiführende mehrspurige auf Ständern stehende Stadtautobahn und zwei weitere Straße darunter, technisch ganz toll, lärmmäßig unmöglich. Eine Nacht reicht uns, andere halten hier bis zu drei Monaten aus. Da wir keine Lust haben, am Wohnmobil zu essen, laufen wir 500m bis zur nächsten Kreuzung. Hier gibt es eine gute Pide und nebenan sogar Alkohol/Bier zu kaufen.
Samsun Campingplatz

Wasserskianlage

Meeresspaßbad

Über allem die Hochstraße


12. September 2017, Dienstag
Heute fahren wir weiter bis zum Sumela-Kloster in der Nähe von Trabzon. Die autobahnähnliche Straße führt fast immer Strandnah am Schwarzen Meer entlang und nimmt fast allen Orten die Möglichkeit, sich zum Meer hin zu entwickeln. Ich vermute, so etwas passiert, wenn schnell geplant und gebaut wird.
Hoch zum Sumela-Kloster. Das hat zu und wird restauriert. 2019 soll es wieder zu besichtigen sein. Wir kommen bis zu einem Platz von dem man das Kloster hoch oben im Felsen sehen kann. Von hier aus kann man noch 2,2km bis zum Eingang, der verschlossen ist gehen. Wir treffen ein Östereichtürken, ein junges Ehepaar, die uns im Auto mit nach oben nehmen. Für unser Wohnmobil wäre das zu eng, zu steil und zu kurvig.
Kloster oben am Felsen


Kloster von weiter oben gesehen


Gaststättenkomplex unterhalb des Klosters

Runter ins Tal zum nächsten Campingplatz. Wir sind in diesem Jahr eines von ganz wenigen Wohnmobilen hier. Vor Jahren sei der Platz sehr oft voll mit Wohnmobilen aus Europa gewesen erzählt uns der Chef.


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

09-In den Kleinen Kaukasus und zu Stalin

13 - Die drei Finger von Chalkidiki,

12-Wandern im Nestos-Tal, Kavala besichtigen, baden in warmen Quellen, über die Halbinsel Chalkidiki, nach Thessaloniki