12-Wandern im Nestos-Tal, Kavala besichtigen, baden in warmen Quellen, über die Halbinsel Chalkidiki, nach Thessaloniki



31. Oktober 2017, Dienstag
Nach der Abfahrt vom Campingplatz kommen wir beim ersten Lidl in der EU vorbei. Lidl ist in jedem Land der Einkaufsladen aller Camper. Hier kann man immer sehr gut seine Vorräte zu vernünftigen Preisen auffüllen. Der erste Schock sind die griechischen Lidl-Bierpreise. Das was bei uns 49ct kostet ist hier für 89ct zu haben. Alles andere ist auch in der Regel teurer als in Deutschland. Im Nachhinein ist Lidl allerdings immer noch günstiger als die einheimischen Discounter. So richtig verstehen können wir das nicht.
Im Internet haben wir über die Nestos - Schlucht gelesen. Hier soll es sich gut wandern lassen.
Hier ist es wirklich schön. Von oben sieht man den mäandernden Fluss und die durch Tunnel den Fluss begleitende Eisenbahnstrecke. Herbstfarben, unberührte Natur, wir können uns nicht satt sehen.
Wie überall in der Türkei, Georgien, so auch hier in Griechenland: streunende Hunde. Als wir ankommen werden wir angebellt. Wir sind Eindringlinge. Dann werden wir von drei Hunden die ganze Zeit auf dem Weg begleitet. Jetzt sind wir anerkannte Rudelmitglieder.
Einer unser Begleiter

Wandern in der Nestos-Schlucht





Ganz in der Nähe finden wir einen Platz für die Nacht. Einer von den Hunden legt sich zu uns in die Nähe und passt auf.

1. November 2017, Mittwoch
Unser Hund liegt noch immer vor dem Wohnmobil und bewacht uns. Dafür bekommt er etwas Brot. Etwas später kommt ein Auto mit einem riesigen Teddy-Hund, der aus dem Seitenfenster guckt. Die Fahrerin gibt "unserem" Streuner Dosennahrung und packt eine Tablette ins Fleisch mit ein. Auch das haben wir schon öfter erlebt, es gibt immer wieder Menschen, die sich um die streunenden Hunde kümmern. Schön.
Als wir Anfang der 90-er Jahre das erste Mal mit dem Wohnwagen in die Türkei gefahren sind hatte uns Kavala mit seinem großen Aquädukt beeindruckt. Also die 35 Kilometer nach Kavala und diese interessante Stadt zu Fuß erkunden.
Bei Wikipedia finden wir: Kavala: 2700 Jahre alt, z.Zt. rund 70 000 Einwohner, der heutige Name stammt von der Bedeutung als wichtige Poststation, an der Pferde ( it. cavallo ) auf der Via Egnatia gewechselt wurden. Im Jahr 49 ging Paulus von Tarsus hier an Land und gründete in Philippi die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden.
Am Hafen parken und dann durch die Stadt. Können wir wirklich empfehlen.
Kavala mit Aquädukt


Eine imposante Wasserleitung


Auf dem Burgberg




Suchbild - Mittendrin der Aquädukt



Am Nachmittag weiter zu den warmen Quellen von Loutra Eleftheron. Warmes Wasser sprudelt hier an verschiedenen Stellen aus dem Fels. Zerfallene Hotels und Ferienanlagen empfangen uns mit einem Umfeld das eher an eine Müllkippe erinnert. Nach langem gucken und erkunden entschließen wir uns doch hier das Heilwasser zu genießen. An verschiedenen Tümpeln, Stellen sitzen Leute im Wasser. In unserem Becken ist ein griechisches Pärchen. Sie schimpft auf ihre Landsleute, die hier alles sorglos vermüllen. Wenn das hier in Deutschland wäre, dann wäre das ein Touristenmagnet ist sie überzeugt. Wir Griechen machen unsere schöne Heimat selbst kaputt. Die junge Frau sprach sehr gut deutsch, war mehrfach in Deutschland und wird im nächsten Jahr mit ihrem Freund zum Arbeiten nach Deutschland gehen.
Es wird dunkel, hier im Müll wollen wir nicht bleiben. Ab ans Meer zum Fischer- und Sportboothafen Kariani.

2. November 2017, Donnerstag
Fahrt über die Halbinsel Chalkidiki, erst in Richtung Athos und dann über die Berge bis kurz vor Thessaloniki zum Stellplatz beim Campinghändler Zampetas.
Hier auf diesem Platz treffen sich alle möglichen Reisenden. Zwei junge Männer auf Reise in die ehemaligen mittelasiatischen Sowjetrepubliken in einem ganz kleinen Allrad-Subaru, ein Pärchen aus Spanien auf dem Weg nach China, ein Riesen-LKW mit Kabinenaufbau auf Weltreise und Detlef von www.alaturka.info. Detlef betreut eine Website und einen Blog, der ein von der EU gefördertes Kulturprojekt "Verständigungs- und Kulturreise entlang des römischen Straßensystems" zur Förderung lokalen Kulturerbes in Verbindung mit Individualtourismus zugrunde liegt. Für Wohnmobilisten und auch Wohnwagenfahrer lohnt es sich bei folgenden Seiten nachzulesen:

www.alaturka.info
www.camper-route.de

Wer Fragen hat kann auch an XY direkt schreiben:
info@camper-route.de
info@alaturka.info

Wir haben für die folgenden Erkundungen der "Drei Finger des Chalkidiki" viele interessante Hinweise bekommen.

3. November 2017, Freitag
Auf dem Stellplatz, Wohnmobil aufräumen, Blog aufarbeiten.
Unsere Freunde Angelika und Bernd kommen an. Wir haben uns hier per WhatsApp verabredet. Große Freude übers Wiedersehen.

Gespräch mit schwedischen Reisenden. Er war in den 70-ern Fernfahrer und ist oft durch Neustrelitz und Oranienburg gefahren. Ich habe als Soldat  bei der Wache in Oranienburg sehnsuchtsvoll auf die Schweden mit ihren Wohnwagen geschaut die in den Süden fahren durften. Und jetzt, wir als damalige DDR-Bürger ganz ungezwungen hier und in aller Welt! Große Dankbarkeit !!! 


4. November 2017, Sonnabend
Mit dem Bus nach Thessaloniki, zu Fuß durch die Stadt. Wie bei Kavala, Thessaloniki können wir nur empfehlen. Geschichte und griechische Lebensart! Schön. Was uns etwas irritiert ist: alle Gaststätten sind voll, den Griechen kann es nicht so schlecht gehen. Anderseits bei zwei Millionen Einwohnern sind die begehrten Innenstadt-Gaststätten voll.
Unser Eisenbahner

Lokführer war er nie

Wahrzeichen Tessalonikis

Überall Geschichte


Leben zwischen Antike und Gegenwart


Moschee, Kirche jetzt Museum - UNESCO-Weltkulturerbe

Eingangsbereich





Hier erinnern sich die radikalen Linken an Ereignisse vor 100 Jahren

Im Basar



Die Gaststätten sind voll!


An der Promenade

Am Abend fährt uns Alexander, der Miteigentümer, in den nächsten Ort in eine "Grillbude". Wow, das hat sehr gut geschmeckt und war dazu noch preiswert.

5. November 2017, Sonntag
Blog schreiben und verschicken.


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