2017-Georgien-03-Endlich Georgien - am Schwarzen Meer entlang


13. September 2017, Mittwoch
Wie gewohnt, wir kommen spät los. Frühstücken, entsorgen, Wasser auffüllen, das dauert seine Zeit und wir sind doch nicht auf der Flucht.
Aus der Schlucht, in der das Sumela Kloster liegt zurück nach Trabzon und ab hier die autobahnähnliche Straße immer am Schwarzen Meer entlang. Es zieht sich hin. Wir haben seit Istanbul unterwegs gut zu tun, da wir ständig von türkischen Telefonbesitzern angerufen werden.
Im Turkcell-Shop habe ich eine gebrauchte Telefonkarte erworben, die mit Guthaben aufgeladen wurde. Das ist ja vernünftig. Der Vorbesitzer dieser Karte muss eventuell viele Telefonpartner gehabt haben oder die Karte kriminell verwendet haben. Auf jeden Fall rufen seit Istanbul tagsüber ständig Türken an und wollen irgendetwas. Aber was und wie machen wir denen klar, dass sie bei uns falsch sind. Zuerst reden wir auf deutsch, die am anderen Ende denken wahrscheinlich, dass sie abgewimmelt werden sollen. Es wird immer wieder angerufen. Wir versuchen es in den Einstellungen, das klappt nicht. Dann sucht sich Petra einen Text aus dem Reiseführer Osttürkei und dem Übersetzungsprogramm von Google zusammen. Sinngemäß: Wir sind Deutsche und haben eine türkische SIM-Karte gekauft. Wir sprechen kein türkisch. Wir machen hier Urlaub. Bitte rufen sie uns nicht mehr an. Sie spricht so gut türkisch, dass einige der Gesprächspartner mit ihr auf türkisch diskutieren wollen. Es macht sogar etwas Spaß, vertreibt die langweilige Fahrzeit.
Kurz vor der Grenze, in Kemalpasha, machen wir eine längere Pause und gehen in ein Einkaufszentrum mit Burger King, europäischen und türkischen Läden. Ähnlich wie bei Real in Neubrandenburg.
Kemalpasha - LKW wird mit Tee beladen
Hinter uns deutsche Worte, wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass sie in die Türkei geflogen sind und heute als Reisegruppe mit dem Bus nach Georgien wollten. Alle mit doppelter Staatsbürgerschaft wurden nicht aus der Türkei raus gelassen. Die waren so richtig sauer.
Weiter zur Grenze. Hier wird gebaut und es herrscht ein großes Durcheinander. Zwei Spuren werden abgefertigt. Die LKW stauen sich Kilometerweit vorher, die Leute aus den Bussen müssen zu Fuß über die Grenze und können auf der anderen Seite wieder einsteigen. Zwischendurch fahren Taxen und der regionale türkische Verkehr.
Anstellen zur Grenzabfertigung - man achte auf die Moschee, an allen wichtigen Punkten stehen Moscheen

Grenzgewusel
Nach knapp drei Stunden sind wir bei Dunkelheit in Georgien.
Nach Batumi sind es von hier aus rund 15km. Es ist dunkel, langsam fahren, alle anderen haben für mich Vorfahrt.
Schön, dass es dunkel ist. Batumi taucht mit Glitzerlichtern vor uns auf. Überall blinkt es. An den Häusern Leuchtreklamen und Lichtschmuck. Laufende Lichter von unten nach oben und umgekehrt. Wir fühlen uns wie in einer chinesischen Millionenstadt. Haben wir nur im TV gesehen, aber so könnte es sein. Dank der türkischen SIM-Karte hatten wir uns einen Parkplatz am Justizpalast ausgesucht und finden problemlos mit unserer Klara hin. Unglaublich wie das funktioniert.
Justizgebäude Batumi

Batumi bei Nacht

Wir brauchen georgisches Geld. Rein in die Stadt Richtung Meer. Hier erwarten uns tanzende Fontänen zu moderner und klassischer Musik. Wir genießen dieses Schauspiel am und im Parkteich. Irgendwann reißen wir uns hiervon los. Richtung Stadtmitte, einige hundert Meter hin sehen wir den futuristischsten Bau von McDonalds, den wir je gesehen haben.
McDonalds Batumi

McDonalds Batumi

Geld haben wir immer noch keins. An der nächsten Tankstelle flimmern die Euro- und Dollarkurse im Fenster. Euro hin, Lari zurück. Wir können wieder am normalen Landesleben teilnehmen und finden uns in einem Dönerladen wieder. Lecker!
Das Straßenbild ist so was von schön, endlich wieder fast alle Frauen ohne Schleier. Es ist angenehm warm, heitere Atmosphäre, moderne Kleidung, etwas für Männer- und auch für Frauenaugen. Batumi gefällt uns schon beim ersten Anblick.
Im Reiseführer steht zu Batumi: "In den letzten Jahren erlebte die Stadt einen Investitionsboom, der im gesamten transkaukasischen Raum seinesgleichen sucht."

14. September 2017, Donnerstag
Mit den Rädern in die Stadt. Das Wohnmobil steht auf dem Parkplatz hier vor dem Justizgebäude wahrscheinlich sicher.
Justizgebäude am Tag
Als nächstes brauchen wir eine georgische Datenkarte. Funktioniert auch, diesmal aber eine neue. Jetzt kreuz und quer durch die Stadt. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Sieben Kilometer Strandpromenade, futuristische Architektur, Badeleben am steinigen Strand, schöne Parks, tolle Atmosphäre.
Mitte Justizpalast




Das soll wohl der Trump-Tower werden, ist aber noch nicht fertig.

Batumi Strand


angenehme Gesellschaft


und Natur gibt es hier auch

Eine zweite Nacht können wir hier nicht bleiben. Am Botanischen Garten außerhalb der Stadt soll man stehen können. Wir finden hin, sollen aber doppelt bezahlen. Vielleicht beim nächsten Mal auf der Rückfahrt.
Weiter nach Kobuleti, beschrieben als Badestadt am Schwarzen Meer. Eine Nacht stehen wir hier neben Hotels hinter dem Strand. Baden mit Badeschuhen, wegen der großen Kieselsteine.
Kabuleti hinterm Strand

Kabuleti - Morgenbadestrand



15. September 2017, Freitag
Weiter nach Anaklia direkt am Ufer des Inguri und unweit der Grenze zur abtrünnigen Republik Abchasien. Ein schwelender offener Konflikt zwischen Georgien und Russland von 2008 mit hunderttausenden Binnenflüchtlingen.
Beschrieben ist Anaklia als Superurlaubsressort.
Finden wir auch. Angefangen und nicht beendet. Schade.
Anaklia Teil der Promenade

Seebrücke ???

Schlafplatz mit Imbisbude

Hotel Goldenes Flies
Auch hier deutsche Laute. Mit Olga, Aussiedlerin aus Kasachstan, und ihrem georgischen Mann sitzen wir lange am Tisch vorm Kiosk und erzählen über Gott, die Welt und was uns noch so einfällt. Sehr nette Gespräche.
Chachapuri und Bouletten haben wir dabei gegessen, hat alles sehr gut geschmeckt. Magen und Darm nehmen uns das spätere eine Woche lang übel.


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