2017-Georgien-06-Kloster David Gareja, Regen, Tiflis nächste Spritze, Regen
29.
September 2017, Freitag
Eigentlich
wollten wir hoch in die Berge an den Kazhbegi, der Berg an dem
Prometheus angekettet war. Dort oben soll das Wetter regnerisch mit
Schnee und Kälte sein. Da müssen wir in Richtung Süden ausweichen.
Heute
fahren wir bis kurz vor das Kloster David Gareja.
13
syrische Missionare kamen im 6. Jahrhundert unter Führung des
heiligen Johannes nach Georgien. David war einer der Missionare und
zog sich in die Halbwüste im Südosten Georgiens zurück. Sein Grab
wurde zur Wallfahrtsstätte, ein Kloster bildete sich. Immer wieder
wurde die Anlage angegriffen und verwüstet: 1265 die Mongolen, im
14. Jahrhundert Tamerlan und 1615 Schah Abbas, dessen Truppen 3000,
andere Quellen sprechen von 6000, Mönche niedermetzelten. In den
1920 Jahren wurde das Kloster von der Roten Armee als Stützpunkt
übernommen. Seit 1979 bereiteten sich hier die sowjetischen Truppen
auf ihren Einsatz in Afghanistan vor. Nach 1990 zog die georgische
Armee hier ein. Massive Proteste sorgten dafür, dass David Gareja
von der georgischen Armee verlassen wurde und als Kloster geweiht
wurde.
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| Unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2017 |
Wir
kommen bis Udabno, 16km vor David Gareja und sehen am Oasis Camp
einen uns bekannten Camper stehen, Jeanine und Fridolin sind hier
auch wegen des Wetters gelandet. Es ist natürlich auch eine gute
Idee hier mit Versorgung zu stehen und Informationen zu bekommen.
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| Camp Oasis |
30.
September 2017, Sonnabend
Wir
fahren mit unserem Wohnmobil nach David Gareja und nehmen Jeanine und
Fridolin mit. Sie wollten erst hin- und zurück wandern, nehmen aber
unser Angebot gern an.
Die
16km schaffen wir in rund einer Stunde Fahrzeit! Erst "georgischer
Asphalt", eine von schweren LKW zerfahrene Asphaltdecke ohne
ausreichenden Unterbau breit bzw. löchrig, dann die letzten 5km
Schotterweg. Die Landschaft: weit, braungrau, unverstellter Blick,
eigentlich für uns ein Nichts. Dann wenn man sich etwas Zeit nimmt
wird dieses Nichts zur atemberaubenden Kulisse. Unglaublich! Immer
wieder müssen wir zum Fotografieren anhalten. Wir sind wie
Staubkörner in dieser unwirklichen, grandiosen Welt.
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| Große Wegweiser im Nichts |
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| Die letzten Kilometer bis Davit Gareja |
Parkplatz,
Auto abstellen, hoch zum Kloster. Ansehen, staunen, fotografieren,...
Wir sind nicht die Einzigen: Chinesen, Japaner, Belgier, Polen,
Deutsche, ganze Busladungen, Taxen, Marschrutkas werden hier
ausgekippt. Ist aber auch schön, wenn man unterwegs sächsische
Laute aus Großenhain hört und sich über Glauben, Gott und die Welt
unterhalten kann.
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| Hinten Mönchsklausen |
Hinter
dem Berg, in Richtung Aserbaidschan soll sich das Höhlenkloster
Udabno (dt Wüste) befinden. Auf steilen fast unwegsamen Weg die rund
100 Höhenmeter durchs Gebüsch nach oben. Die Aussicht wir immer
grandioser, die Luft ist klar, eine Aussicht, kaum beschreibbar.
Auf der
aserbaidschanischen Seite geht es schroff nach unten. Wo die Grenze
ist können wir nicht ausmachen. Im Fels eingelassene rostige
Stahlstäbe markieren den Weg. Man kann sich auch gut daran
festhalten und langhangeln, damit man nicht den Weg 200m nach unten
nimmt. Etwas mulmig ist uns schon.
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| Aserbaidschan |
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| Höhlenkloster Udabno |
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| 200 m bis nach unten |
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| Kloster David Gareja von ganz oben aus gesehen - unser WoMo auf Parkplatz ganz links |
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| Wieder zurück - da steht ein Pferd vor der Küche |
Jeanine
und Fridolin sind auch nicht weiter und sie werden nicht
zurücklaufen, sondern doch mit uns zum Camp Oasis fahren.
01.
Oktober 2017, Sonntag
Wegen
der vierten Tollwutspritze müssen wir zurück nach Tbilisi.
Hier
das Oasis Camp ist ein guter Ort für Backpacker.
Wir fühlen uns ein bisschen wie in der Flower-Power-Zeit. Junge Leute auf der Suche nach sich selbst, offen, neugierig, "make love, not war", keine Vorbehalte anderen gegenüber, einfach nur Spaß haben wollen, irgendwie eine Welt, wie sie sein sollte. Dasselbe Gefühl hatten wir schon oben in den Bergen bei Mestia und auch in Tbilisi.
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| polnische Endurofahrer |
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| Im Dorf Udabno |
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| Salzsee |
Wir fühlen uns ein bisschen wie in der Flower-Power-Zeit. Junge Leute auf der Suche nach sich selbst, offen, neugierig, "make love, not war", keine Vorbehalte anderen gegenüber, einfach nur Spaß haben wollen, irgendwie eine Welt, wie sie sein sollte. Dasselbe Gefühl hatten wir schon oben in den Bergen bei Mestia und auch in Tbilisi.
Übernachten
wieder an unserem See: Lisi Lake.
02.
Oktober 2017, Montag
In
Tbilisi wird an jeder Ecke gebaut. Die Verkehrsführung muss vor
Kurzem geändert worden sein. Unsere Klara kennt die neuen
Einbahnstraßen nicht, die einheimischen Fahrer fahren manchmal auch
nach der alten Verkehrsführung, also Verkehrschaos pur. Hin zum
Uniklinikum. Es regnet, die Straßen sind eng, verstopft und es gilt
die georgische Straßenverkehrsordnung. Regel Nummer Eins: Kampf um
jeden Meter, egal ob das sinnvoll ist oder nicht.
Wir
schaffen es zum Krankenhaus und fragen uns, wie hier die Krankenautos
her kommen sollen, das große Durcheinander, keine Parkplätze. Noch
eine Runde und etwas außerhalb stelle ich das Auto ab. Jetzt wird
ein weiteres Mal das Gesundheitswesen getestet. Nach anderthalb
Stunden bin ich wieder zurück und lerne ein weiteres Mal das
deutsche Gesundheitssystem zu schätzen.
Hier
wird es weiter regnen. Flucht in den Südosten zum Nationalpark
Vashlovani nach Dedoplis Tskaro. Vor der Nationalparkverwaltung
übernachten wir. Hier muss man sich auch für den Besuch des NP
registrieren lassen.
03.
Oktober 2017, Dienstag
Bruder
Frank hat Geburtstag. Gratulation über WhatsApp per Telefonfunktion.
Super, was alles so geht.
Anmelden
im Nationalparkamt. Es hat die ganze Nacht geregnet. Mit dem
Wohnmobil können wir nicht dorthin fahren. Nach 10km wird der Weg zu
matschig. Kein Durchkommen. Die junge Frau an der Rezeption
verhandelt mit einem Taxifahrer und ruft die Ranger im Nationalpark
an. Nein, es ist nicht empfehlenswert in den Park zu fahren. Kein
gesichertes Durchkommen.
Was
tun? Dann fahren wir eben zum Weintrinken nach Kachetien, der
georgischen Weinbaugegend.
Bei
Telawi stehen wir jetzt auf dem Weingut Schuchman und werden nachher
georgischen Wein vom prämierten deutschen Weinbauern bei einem
Abendessen genießen.
Wein
und Schaschlik haben sehr gut geschmeckt.

































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