10-Prometheushöhle, ans Schwarze Meer, am Euphrat entlang, nach Kappadokien
17.
Oktober 2017, Dienstag
Wir sind im altgriechischen Sonnenland "Aia". Das mit dem
Sonnenland hat der Wettergott nicht so richtig mitbekommen. Er lässt
es trotzdem immer mal wieder regnen. Wir beschließen zur
Prometheus-Höhle in der Nähe zu fahren. Dort regnet im Innern
sicherlich nicht! Beeindruckend schöne Höhle. Über eine lange Treppe geht es nach unten zum Höhleneingang. Die eingesetzte Beleuchtung lässt die in Jahrtausenden gewachsenen
Formationen in den verschiedensten Farben erstrahlen.
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| Parkplatz vor der Höhle |
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| Das ist in der Höhle, kein Tageslicht von oben. |
Weiter ans Schwarze Meer zum Ureki Beach. Hier ist der Magnetstrand,
der schwarze Sand soll magnetisch sein. Mal sehn ob das stimmt. Wir
haben die Koordinaten vom Campingplatz Ureki Beach ecocamp. Hier ist
alles zu, nach dem Sturm der letzten Tage sieht es nicht gerade
einladend aus. Überall noch Pfützen, heruntergefallene Äste,
herumgewirbelter Müll. Bleiben oder weg? Es ist spät, wir bleiben
mindestens für diese Nacht. Mal sehn, wie es morgen früh bei
Sonnenschein aussieht.
18.
Oktober 2017, Mittwoch
Hier gefällt es uns nicht, also weiter nach Anaklia, wo wir schon zu
Beginn unseres Georgienaufenthaltes waren.
Die Sonne scheint, es ist ruhiges Herbstwetter bei angenehmen
Temperaturen. Hier können wir gut für eine Woche bleiben.
Am Nachmittag kommt eine WhatsApp von Andreas, Inhalt: wir sind für
14 Tage in der Nähe von Alanya.
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| Ort unterwegs |
19.
Oktober 2017, Donnerstag
Waschen, Radfahren, Umgebung weiträumig erkunden.
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| Anaklia, der Fluss aus Mestia, der Enguri mündet hier ins Meer. Das weiße hinten am Himmel sind die schneebedeckten Berge des großen Kaukasus |
Im Hinterkopf
rattert es im Gehirn: Alanya ist zwar ein Umweg, auf dem Weg dorthin
käme man in Kappadokien auf dem Kaya-Camping bei Yasha vorbei. Die
Mondlandschaft bei Göreme hatte uns vor 15 Jahren, als wir zum
ersten Mal hier waren, fasziniert ebenso wie Yashas Gastfreundschaft.
Das passt gut. Das passt sehr gut.
Beim nachmittäglichen Kaffee trinken: Warum wollen wir erst morgen
nach Süden fahren? Die Wäsche ist trocken, langsam einpacken und
dann nichts wie los.
Um 19.30 Uhr, bei Dunkelheit, kommen wir am Übernachtungsplatz am
Justizgebäude in Batumi an.
20.
Oktober 2017, Freitag
Wir wachen früh auf. Der Grenzübertritt ruft. Im Gegensatz zu vor
34 Tagen ist heute morgen noch nicht viel los. Nach 15 Minuten sind
wir aus Georgien ausgereist und in die Türkei eingereist.
Türkei, wir sind in einer anderen Welt: es ist aufgeräumter,
sauberer, organisierter, die Straßen sind viel besser. Es gibt kaum
Dörfer, die Verstädterung ist weit fortgeschritten.
Hier im Nordosten der Türkei ist "Teeland". Hoch in die
Berge, wunderschöne Fahrt durch Berglandschaften, Schnee auf den
hohen Bergen, 3x Pässe über 2000m passiert. Zwischen Tercan und
Erzican fahren wir am noch jungen Euphrat entlang.
An einer Gaststätte / Tankstelle übernachten wir in der
anatolischen Hochebene auf über 1000m Höhe.
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| Alles Teebüsche |
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| Für uns unverständlich, Müll wird in der Natur entsorgt. |
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| Oase in den Bergen |
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| Stausee mit Campingplatz auf der Halbinsel, jetzt geschlossen. |
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| Das ist nicht der Euphrat |
21.
Oktober 2017, Sonnabend
Fahrtag weiter über die anatolische Hochebene, Felder abgeerntet,
neu umgepflügt, gut geordnet,
In Kayseri queren wir die Bagdadbahn. Jetzt beim Schreiben ärgere
ich mich, dass wir nicht zum Bahnhof gefahren sind, aber der Weg war
doch ganz schön weit.
In Kayseri nehmen wir nicht die weiträumige Umgebungsstraße,
sondern fahren durch die Innenstadt. Eine sehr moderne, quirlige,
offene, angenehme Stadt. Vor rund 15 Jahren war ich schon mal in
Kayseri. Eine erstaunliche Entwicklung.
Nach Kayseri verlassen wir uns wieder auf unsere Klara. Sie sucht uns
den wahrscheinlich kürzesten Weg. Auf Nebenstraßen nähern wir uns
Ürgüp und genießen die sich langsam in eine Mondlandschaft
verändernde Landschaft. Und dann ist er da, unser Kaya Camp. Alles
wie vor rund 15 Jahren. Wir fühlen uns wie damals und sind zu Hause.
Yasha arbeitet nicht mehr auf dem Campingplatz. Er wird angerufen und
kann sich an uns erinnern. Wir verabreden uns für morgen.
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| Kurz vor Ürgüp |
22.
Oktober 2017, Sonntag
Noch bei Dunkelheit werden wir unruhig. Die Heißluftballons werden
gestartet. Gegen den Himmel heben sich die durch die Flammen
erhellten Ballons vom dunklen Himmel ab. Ein beeindruckendes
Schauspiel. Fast unwirklich, lautlos bewegen sich die Ballons durch
die Täler, steigen und sinken, lassen sich treiben. Wie mit offenen
Mündern bestaunen wir dieses Spektakel. Jetzt bescheint die Sonne
die Ballons, es sieht aus als wenn Weihnachtskugeln ohne
Weihnachtsbäume am Himmel sich langsam bewegen. Wir sind so was von
ergriffen!
Yasha kommt zu uns auf den Campingplatz. Wir erkennen uns gegenseitig
wieder. Natürlich sind wir alle etwas älter geworden. Nach
anfänglichem Fremdeln ist die alte Vertrautheit schnell wieder da.
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| Von links: Dieter, Yasha, Petra |
Mit den Rädern nach Ürgüp. Es geht steil den Berg hinab. Da müssen
wir nachher auf dem Rückweg hoch. Oh, oh.
An einer Weinkellerei wird Wein verkostet. Ganze Busladungen kommen
an, verkosten, vom jungen Schulkind mit ihren Eltern bis zum bärtigen
Erwachsenen. Hier ist alles anders als im konservativen Nordosten
oben am Schwarzen Meer. Alles für unsere Begriffe viel offener und
angenehmer.
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| Wahrzeichen von Ürgüp |
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| Ürgüp |
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| Auf dem Rückweg |
Die Packtaschen vom Fahrrad werden beim Supermarkt "Migros"
vollgepackt.
Wir landen in einer Gaststätte und haben sehr nette Gespräche mit
dem Inhaberpaar. Google übersetzt unser Gespräch. Sehr viel
gegenseitige Sympathie.
Im Dunkeln fahren wir den sehr steilen und sehr langen Berg hoch. Ein
Hoch auf unsere Elektroräder.
23.
Oktober 2017, Montag
Auch heute wieder das Ballonspektakel. Wir können uns wieder nicht
satt sehen.
Kaya Camping ist besonders. Hier finden sich zur Zeit Fernreisende,
die nach Asien unterwegs sind ein. Drei Allrad-LKW mit Wohnkabine auf
dem Weg über den Iran in den Oman zum Überwintern bei Sonne und in
der Wüste. Zum Nachlesen: Jupp und Doro - www.monster-worldtour.de ;
Anja und Peter - www.solitaire-camper.de .
Um 14.00 Uhr sind wir bei Yasha zu Hause verabredet. Vorher Wäsche
waschen (Petra), Blog vervollständigen (ich, Dieter).
Es wird ein sehr herzlicher Besuch bei Yasha in seiner Wohnhöhle,
die er zur Zeit ausbaut.
Yasha ist ein so lieber Mann.
Wir telefonieren nach Deutschland zu Christine und Ralf. Ralf hat als
Ingenieur in den 80-er Jahren in Akcaray das Mercedes-Werk mit
aufgebaut. Beide waren während dieser Zeit an den freien Wochenenden
sehr oft hier und fühlten sich mit ihrem mitgebrachten Wohnmobil auf
dem Platz wie zu Hause. Zu Yasha besteht Freundschaft. Wir waren vor
rund 15 Jahren, damals noch mit dem Klappwohnwagen hier und verlebten
hier eine herrliche Zeit mit Yasha.
Weiter mit Yasha zu Crazy Ali, dem Antquitätenhändler am Fuße der
Burg von Ortahisar. Er ist leider nicht da. Schade.
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| Burgberg von Ortahisar von Yashas Wohnung aus gesehen. |
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| Ortahisar |
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| Bei Yasha im Haus |
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| Yasha ruft Crazy-Ali an |
24.
Oktober 2017, Dienstag
Heute
morgen war es windig, deshalb entfiel der morgendliche
Ballonaufstieg. Dieser Himmel voller Weihnachtsbaumkugeln fehlte uns.
Nochmal
mit den Rädern nach Ürgüp zum Einkaufen, Bummeln und Genießen.
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| Ürgüp |
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| Ürgüp |
Am
Nachmittag mit dem Fotoapparat wandern
im Rosental.
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| phantastische Felsformationen |
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| Wohnhöhlen wurden in das Basaltgestein gegraben, im Sommer kühl, im Winter warm, boten auch Schutz vor vorbeiziehenden Truppen |
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| Felsdurchbruch des Baches |
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| Wir lieben Kaya Camping |
Heute ist Alfons mit seinem Wohnmobil mit Hänger gekommen. Er ist
gehbehindert, die "Schutzhaut" seiner Nerven löst sich
langsam und stetig und damit auch im Endeffekt die Nerven selbst auf.
Er hat eine ungeheure positive Lebensenergie. Er hat sich aufgemacht
um zum ältesten von Menschen errichteten "Steinhaufen" der
Welt zu fahren. Gleichzeitig möchte er seinen Leidensgenossen
zeigen, dass man auch mit Behinderung und positiver Lebenseinstellung
ein interessantes spannendes Leben führen kann. Er sieht aus wie
eine Figur aus Tausendundeiner Nacht und fasziniert schon dadurch.
Der "Steinhaufen" ist Göbelki Tepe, ein steinzeitlisches
Bergheiligtum im Südosten der Türkei ungefähr 12 000 Jahre alt.
Wen es interessiert der suche bei Wikipedia. Irre, die Geschichte der
Menschheit muss in Teilen neu geschrieben werden.
Um mobil zu sein hat Alfons auf einem Hänger ein Quad, welches er
mit einem kleinen Kran runterheben kann. Damit fährt er alles ab
wohin er will. Respekt!
Übrigens Alfons ist in Göbelki Tepe angekommen! Aber das ist eine
andere Geschichte.






















































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